SAGA-Turnier Neutraubling 17.01.2026
Walter Kraus 27. Januar 2026

So, endlich ein Chivalry-only-Turnier. Also starteten Astatres und ich die Expedition. Astatres mit Burgundian Companies d’Ordonnance, ich mit meinen Condottieri-Venezianern. Im Vorfeld hatten schon vier Spieler aus diversen Gründen abgesagt, also zwölf Personen – ist beim ReMaTa (Veranstaltungsstätte) dann mit etwas mehr Platz für jeden. Ich hatte das Glück, dass diesmal auch der Glaskäfig als Spielstätte freigegeben war, und den okkupierte ich gleich und blieb für alle drei Spiele (Vorteil des Alters = keinen alten Baum versetzen).
Runde 1 – Szenario „Der gefrorene Fluss“ (AoI-Buch)
Gegner: Nimm2 mit Schweizern
Schweizer: Gewalthut (10), 2x Krieger-Piken (je 10), 1x Krieger Hellebarden (10), 12 Levies Crossbow
Venezianer: Warlord beritten/barded, 5 Veteranen beritten/barded, 5 Veteranen beritten, 2x Stradiotti (5 + 7), 12 Levies Crossbow, 8 Söldner Englische Bogenschützen
Ergebnis: 6:1 für die Venezianer
Spannendes Spiel gegen eine Warband, die ich echt wenig kannte, da aber extrem Potenzial hat, und einen super netten Gegner, jederzeit gerne wieder.
Manöverkritik:
Die Schweizer wurden durch meine vielen Schützen relativ schnell geschwächt. Der Durchbruch der kleineren Stradiotti-Einheit hat sie zusätzlich aus dem Konzept gebracht. Sie haben dann die Brücken versucht dicht zu machen, sind aber in Runde 6 auch da gescheitert. Es war sicher ein Szenario, das die Taktik der Venezianer unterstützt hat, die Schweizer waren zu langsam und zudem vom Würfelpech verfolgt. Mit einer Söldner-Einheit, wie z. B. den Lombard Lancers, hätten sie viel vom Beschuss abgefangen und wären so recht vollzählig und schlagkräftig an den Brücken angelangt.
Runde 2 – Szenario „Durchbrecht den Schildwall! – V3“
Gegner: minenbonnie mit Franzosen
Franzosen: Warlord zu Fuß, 4x 5 Veteranen zu Fuß, 12 Levies Crossbow
Venezianer: Warlord beritten/barded, 6 Veteranen beritten/barded, 1x 6 + 1x 7 Krieger zu Fuß, 12 Levies Crossbow, 8 Söldner Englische Bogenschützen
Ergebnis: 46:2 für die Franzosen
Herausforderndes Spiel gegen eine Warband, die ich zwar kannte, aber zu wenig dagegen gespielt habe, und wieder einen super netten Gegner, auch gegen ihn jederzeit gerne wieder.
Manöverkritik:
Kein Szenario für Condottieri, weil vier von fünf Fraktionen keine Veteranen zu Fuß aufstellen können (Ausnahme: Papal States). So mussten meine Krieger zu Fuß (Gottseidank alles im Talon) die Aufgabe der Marker-Transporte übernehmen, konnte aber im direkten Clash gegen die Franzosen nur schwer standhalten. Zudem war ich in diesem Spiel vom Würfelpech verfolgt, so dass auch meine Veteranen nichts ausrichten konnten (u. a. 13 Angriffwürfel, drei Treffer, alle vom Gegner gesaved), somit ging ich kämpfend unter.
Runde 3 – Szenario „A Tale of Two Knights“
Gegner: Flojoe mit Burgundian Companies d’Ordonnance
Burgunder: Warlord zu Fuß, 2x 5 Veteranen zu Fuß, 10 Krieger zu Fuß, 10 Krieger Bögen, 8 Söldner Stadtmiliz/Pavesen+Crossbows
Venezianer: Warlord beritten/barded, 5 Veteranen beritten/barded, 5 Veteranen beritten, 2x Stradiotti (5 + 7), 12 Levies Crossbow, 8 Söldner Englische Bogenschützen
Ergebnis: 36:23 für die Venezianer
Vielleicht DAS Spiel des Tages, gegen eine sehr heftige Warband, gegen die ich vorher nie gewinnen konnte, und den dritten super netten Gegner, sowieso jederzeit gerne wieder.
Der Mann des Tages war mein Condottiere Gattamelata, der drei Nahkämpfe bereits erschöpft siegreich überlebte, und erst im vierten Ansturm der Burgunder fiel. Allerdings sorgte sein Abwehrkampf dafür, dass sich alle anderen Einheiten, vor allem meine zahlreichen Schützen, sehr fürsorglich um die Gegner kümmern und sie langsam dezimieren konnten. Hier verließ meinen Gegner in den entscheidenden Situationen öfter das Würfelglück.
Endergebnis (nach dem Turnierhandbuch gewertet): 8. Platz mit 27 Punkte und „Schönste Armee“-Preis, der mich, als Mann der Renaissance, besonders freut.
Condottieri:
Wenn die Szenarien Manövrierfreiheiten zulassen und genügend nützbarer Raum auf dem Schlachtfeld vorhanden ist, sind die Condottieri mehr als ein Match für jeden Gegner, vor allem auch die Venezianer mit ihren Stradiotti (die man halt haben mus). Wenn man die Condottieri zu Infanterienahkämpfen gegen schwer gepanzerte Truppen nötigt, können nur die Päpstlichen dagegenhalten. Somit sind die Condottieri eher One-Trick-Ponies, aber diesen einen Trick beherrschen sie meisterhaft. Amo i miei veneziani.
Top-Turnier, immer wieder gerne. Danke an Stempe für deinen Einsatz, und danke an alle meine Spielpartner, molto piacere. Tornerò.