Napoleonic Big Battle (Spanien 1812) – 13. Austrian Salute 2026
Walter Kraus 20. Juli 2026

Bericht von der Bataille bei Ciudad Rodrigo 1812
Eigentlich war für die Austrian Salute ein etwas anderes Big Battle geplant, aber aufgrund von Spieler- und Armee-Ausfällen ist es die dritte Variante geworden – Ciudad Rodrigo.
Eine Festung hatten wir schon, das Dorf und die diversen spanischen Gebäude wurden von Hellfish, TomM und DaMoiti beigestellt, der Rest an Terrain und die Matten aus dem Shop. Aufbau am Freitag vorher, sowie nahezu alle Brigaden positioniert, die Portugiesen kamen erst Samstags morgens, und die 3 Brigaden der Franzosen vor der Festung wurden erst bei erfolgreicher Aufklärung enttarnt.
Es war schon ein spektakuläres Bild, als sich sieben große Brigaden (3x Engländer, je 2x Portugiesen und Spanier) durch das Tal gegen San Fernando wälzten, gegen eine einzelne Brigade der Neapolitaner, die das Dorf um jeden Preis halten sollten, um Zeit für die Festung zu erkaufen. Würden die Neapolitaner das Dorf bis Mittag halten, erbrächte das fünf Siegpunkte für die französische Seite, wenn nicht, dann keine.
Die Armeen:
- Anglo-Alliierte: OK (Briten) Hellfish, SiC Spanier (TomM), Portugiesen (Andromachus)
- Franzosen etc.: OK (Franzosen + Neapel) El Cid, SiC (Franzosen) DaMoiti, Festungskommandant Artak
Insgesamt:
- 1.050 Miniaturen, davon 322 Franzosen und 728 Anglo-Alliierte (d.s. +126 % vom Gegner)
- 1.718 Punkte wurden gespielt, davon 710 Franzosen und 1.008 Anglo-Alliierte (d.s. +42 % vom Gegner)
Es war also eine relative Überlegenheit, vor allem an Mannstärken.
Die Bataille:
Obwohl wir in 2 Trainingsspielen den Angriff auf das Dorf exerziert hatten, verlief es wieder nahezu gleich: Die Angreifer marschierten bis vor das Dorf, blieben aber außerhalb der Schussweite der Musketen, verließen sich zu lange auf ihre überlegene Feuerkraft und Reichweiten von Skirmishern und Artillerie und richteten damit alleine zu wenig Schaden an, und dann war es zu spät. Zwar mussten zuerst das Reggimento Abbruzzesi, und dann die Granatieri dem Angriffsdruck weichen, aber die Veliti und vor allem die Volteggiatori und Marinai, die sogar den Angriff der spanischen Garden zurückwarfen, hielten das Dorf bis Mittag.
Stand 12.30 Uhr: 6:0 für die Franzosen.
Dann fiel das Dorf, und die Neapolitaner wurden aufgerieben.
Stand 13.30 Uhr: 6:6.
Danach ging es zügig über die Ebene gegen die Festung, eine Wand an Bataillonen und Regimentern brachte sich in Stellung für den Coup de Grâce – die Erstürmung der Festung. Zu diesem Behufe hatten zwei der britischen Bataillone Sturmleitern mitgebracht. Aber eine nach der anderen der französischen Brigaden vor der Festung zeigte sich nun – und Schock – drei Kavalleriebrigaden, zwei leichte und eine schwere. Und die Anglo-Alliierten waren nun in Reichweite der schweren Festungsgeschütze, und des Vorwerks, das von einem Bataillon Sachsen-Coburg gehalten wurde.
Zuerst erbrachte ein Entsatzangriff der Brigade von le Moáti ins Dorf Chaos und Verderben und hielt die Spanier weiter auf. Dann rieb sich die englische Guards-Cavalry an der Kürassier-Brigade Thiry auf, denn aufgrund ihrer Impulsiv-Belastung attackierten sie bis in die zweite Linie und wurden dort beide vernichtet. Die Festungsartillerie zerschoss die Garden, und die Sachsen im Vorwerk hielten zäh gegen alle englischen Angriffe.
Stand: 16:30 Uhr: 7:7, wobei die Anglo-Alliierten um circa 16:00 Uhr kurz 7:6 geführt hatten.
Die letzten Aktionen erbrachten dann die Entscheidung. Nachdem sich die leichten Kavallerie-Regimenter von Fournier-Sarloveze in die Portugiesen gestürzt und mehrere Einheiten aufgerieben hatten, stockte der Vormarsch, denn nahezu alle Infanteriekolonnen gingen schlagartig ins Karree. Dann traf eine gezielte Salve der Festungsartillerie die spanischen Dragoner schwer und sie verließen fluchtartig das Schlachtfeld.
Stand nach 14 Spielrunden um 16.50 Uhr: 8:7 für die Franzosen.
Der erste Sturm auf Ciudad Rodrigo war erfolgreich abgewehrt.
Eine tolle Partie, die auch recht flott dahin lief, zumal wir alle ziemlich regelfit waren. Im Gegensatz zur Herbstpartie wurden diesmal auf beiden Seiten kaum Fortitude-Tests vergeigt und man half sich gegenseitig bei Regelfragen aus, ja machte den Gegner auch auf Fehler oder Versäumnisse aufmerksam. So muss wargaming sein. Der Sieg ruht auf den Schultern der Neapolitaner, die das Dorf lange genug verteidigen konnten. Die Anglo-Alliierten hingegen hatten vor allem im Beschuss extrem viel Würfelpech, denn sonst hätte es vor allem beim Dorf ganz anders ausgehen können.
Danke nochmal an alle Beteiligten – das spielen wir jetzt öfter.